Bundespräsident Steinmeier erinnert an Franz Stock

3. August 2022
Auch wenn die Ablehnung der Seligsprechung von Franz Stock die Mitglieder des Franz-Stock-Komitees und auch viele andere sehr schmerzt, so werden sie dennoch sich weiterhin bemühen, sich für seine Botschaft, die gerade in dieser Zeit wieder von erhöhter Bedeutung ist, einzusetzen.

Mut macht dazu auch Bundespräsident Steinmeier. Er nahm in Paderborn an dem traditionellen Liborifest teil und, nachdem er die Leistungen von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer für die deutsch-französische Verständigung gewürdigt hatte, erwähnte er auch Franz Stock und sagte:

„Ich denke heute beispielhaft an einen Priester aus dem Erzbistum Paderborn, Franz Stock, der in Paris Theologie studiert hatte. Als Wehrmachtspfarrer in Frankreich hat er sich dann aufopferungsvoll um französische Kriegsgefangene gekümmert, hat selber hunderte zur Exekution verurteilte Kämpfer der Résistance begleitet. Als er selber nach der Kapitulation Kriegsgefangener war, hat er bei Chartres ein großes Priesterseminar unter Gefangenen geleitet. Der Abbé Stock, wie er dort heißt, wird noch heute in Frankreich in hohen Ehren gehalten; schon 1949 fand eine Gedenkfeier für ihn im Invalidendom statt – zum ersten Mal überhaupt für einen Deutschen. Und sogar der Platz vor der Gedenkstätte des französischen Widerstands gegen die deutsche Besatzung auf dem Mont Valérien ist nach ihm benannt. Der damalige Nuntius in Frankreich, der den früh verstorbenen Seelsorger 1948 beerdigte, Angelo Roncalli, der spätere Papst Johannes XXIII., hat über ihn gesagt: „Abbé Stock, das ist kein Name, das ist ein Programm.“

Es war und es ist wie immer: Wo vieles zerstört wird und alles in Trümmern liegt, wo vieles nicht mehr selbstverständlich ist, da sind es Einzelne, die das gute Werk wieder aufnehmen und weiterführen und eine bessere Zukunft für viele, für uns alle eröffnen.“