Leben, Lieben und Leiden in Pest und Cholera   Epidemien als ethische und theologische Herausforderung in der Belletristik

Peter-Prinz-Bildungshaus, Ehmsenstraße 7, 59821 Arnsberg
Epidemien waren und sind Ereignisse, die das Leben von Einzelnen wie von Gesellschaften bedrohen und verunsichern. Die durch sie verursachten Krisen erfordern sowohl individuelle als auch gemeinschaftliche Antworten.

Weil die erzählende Literatur ihre Stoffe häufig aus krisenhaften Situationen gewinnt, hat sie seit dem Beginn der Neuzeit auch immer wieder dargestellt, auf welche Weisen sich Menschen in den durch Epidemien verursachten Herausforderungen verhalten. Dabei schälen sich bestimmte Verhaltensmuster heraus, die uns Heutigen aus unseren Corona-Erfahrungen durchaus bekannt sind.

Der Vortrag wird dies am Beispiel ausgewählter Werke vor allem aus den letzten beiden Jahrhunderten veranschaulichen. Vorgestellt werden unter anderem Werke der Autoren Daniel Defoe, Alessandro Manzoni, Edgar Alan Poe, Jens Peter Jacobsen, Thomas Mann, Andrzej Szczypiorski, Cormac McCarthy, José Saramago, Philip Roth und John Ironmonger, Makiia Lucier und Safiye Can; ein Schwergewicht liegt auf Albert Camus.

Erfragt wird dabei auch, ob und in welcher Weise in den einzelnen Werken neben ethischen Überlegungen auch theologische Erwägungen und Fragestellungen behandelt werden. Nicht zuletzt dadurch ergeben sich überraschend aktuelle Hinweise für das Leben der Kirche heute.

Der Referent, Dr. Werner M. Ruschke, war Gemeindepfarrer, Leiter des Predigerseminars der Westfälischen Landeskirche und zuletzt Vorstandsvorsitzender des diakonischen Unternehmens Evangelisches Perthes-Werk, seit 2014 im Ruhestand.

Referent: Pfr. i. R. Dr. Werner M. Ruschke, Soest