Am Sonntagmorgen ist es dann so weit. Schrichten steht um 5 Uhr morgens auf, um von seinem Schlafplatz zur Bühne zu gehen. Er geht vorbei an den schlafenden Pilgern. Staunt darüber, wie viele gekommen sind. Alle aus demselben Grund. Alle, um zu zeigen, wie wichtig ihnen der Glaube ist. Um mit dem bestätigenden Gefühl nach Hause zu fahren, dass so viele andere junge Menschen aus aller Welt auch an Gott glauben. Und natürlich auch, um Papst Leo zu sehen.
Die meisten sehen den Papst nur über den Bildschirm. Christian Schrichten sieht ihn aus nächster Nähe. Er sitzt direkt hinter den Kardinälen. Als die Fürbitten anstehen, ist er einer von fünf jungen Menschen, die aufstehen und an den Ambo treten dürfen. „Ich war super nervös, habe gemerkt, wie ich innerlich zittere“, sagt er.
Als er dann an der Reihe ist, spricht er die ersten Worte – er hört, wie seine Stimme über die Boxen übertragen wird und widerhallt. „Das war total verrückt. Danach war ich wie elektrisiert“, sagt Schrichten. „Wann redet man schon mal und eine Million Menschen hören zu?“
Für Christian Schrichten ist es ein Privileg, das erlebt zu haben. Die anderen Pilger der Gruppe aus dem Erzbistum Paderborn freuen sich für ihn mit – filmen den Bildschirm, auf dem er zu sehen ist Ein Zeichen, wie stark die Gruppe während der Pilgerreise zusammengewachsen ist – untereinander und mit allen Pilgern weltweit.
Diözesanjugendpfarrer Tobias Hasselmeyer sagt: „Bei der Jubiläumsmesse konnten wir sehen, wie unser Glaube über eine Million junger Menschen in Bewegung und zusammenbringt. Der Papst lädt uns ein und dann kommen wir aus allen Winkeln der Welt nach Rom. Ein wogendes Meer betender und singender Menschen mit all den bunten Nationalflaggen. Das war bombastisch!“