So mancher, der an diesem Samstagnachmittag über den Arnsberger Waldfriedhof geht, bleibt kurz stehen. Einige gehen dann weiter, andere aber kommen näher, setzen sich, trinken eine Tasse Kaffee oder Tee – und kommen mit den Ehrenamtlichen der mobilen Bar ins Gespräch. „Viele brauchen einen Moment, bis sie sich setzen“, sagt Ramona Malycha-Witt, die gemeinsam mit zwei weiteren Ehrenamtlichen vor Ort ist. „Aber oft reicht ein kurzer Blickkontakt. Dann ergibt sich der Rest von selbst.“
Der Name ist Programm: Die „ansprechBar“ ist ein mobiles Gesprächsangebot auf Arnsberger Friedhöfen. Ein Imbissanhänger mit kleiner Cafébar, betrieben von Ehrenamtlichen aus der Propsteipfarrei St. Laurentius und den Arnsberger Caritas-Konferenzen. Er steht dort, wo Menschen ohnehin unterwegs sind: an Orten der Erinnerung, des Abschieds und des Innehaltens. Ohne Programm, ohne feste Gesprächsanlässe. Wer reden möchte, findet ein offenes Ohr. Wer schweigen will, darf das genauso.
Bei der Koordination hilft unter anderem Martina Gerdes von den Caritas-Konferenzen in Arnsberg. Sie begleitet die Einsätze, vernetzt Ehrenamtliche und sorgt dafür, dass aus der Idee ein verlässliches Angebot wird. „Uns war von Anfang an wichtig, nichts Übergestülptes zu schaffen“, sagt sie. „Die ansprechBar soll sich in die Situation der Menschen einfügen, sowohl für unsere Ehrenamtlichen als auch für die Menschen, die unser Angebot nutzen – nicht umgekehrt.“
